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Darmkrebs – ab 55 Jahre unbedingt zur Vorsorge
Obwohl Darmkrebs bei den krebsbedingten Todesursachen europaweit an zweiter Stelle rangiert und die Vorsorge problemlos möglich ist, beschäftigen sich nur wenige Menschen mit diesem Thema. Doch spätestens ab dem 55. Lebensjahr sollte sich jeder untersuchen lassen, auch wenn keine Anzeichen bestehen. Denn wie bei jeder Krebserkrankung sind die Überlebenschancen umso höher, je früher der Darmkrebs erkannt und behandelt wird. Deshalb empfehlen Mediziner allen Frauen und Männern sogar schon, ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zur Vorsorge zu gehen.
Wie bekommt man Darmkrebs?
Zu etwa 70 Prozent entwickelt sich Dickdarmkrebs bei Gesunden spontan oder sporadisch aus gutartigen Schleimhautwucherungen (Polypen). Diese Polypen sind bereits 10 bis 15 Jahre gewachsen, bevor sie zu bösartigen Tumoren entarten. Bei knapp 30 Prozent aller Darmkrebsfälle liegt eine genetische, familiäre Belastung vor. Das Risiko ist also vererbbar. Auch wer zu viel Fett und rotes Fleisch, zu wenig Ballaststoffe, Obst und Gemüse zu sich nimmt, erhöht sein Darmkrebsrisiko. Bewegungsmangel, das Rauchen und Alkoholkonsum zählen zu den weiteren Risikofaktoren. Ein gesunder Lebensstil und körperliche Fitness gelten als gute Maßnahmen zur Vorbeugung. Krebs im Dünndarm ist höchst selten.
Wie erkennt ein Facharzt den Krebs?
Innerhalb des Dickdarms gibt es Bereiche, an denen besonders häufig Krebsgeschwüre zu finden sind. Das ist zum Beispiel der Enddarm, die letzten 15 cm des Dickdarmes. Dieses zu untersuchen ist für einen Magen-Darm-Spezialisten (Gastroenterologe) relativ einfach, indem er die Schleimhaut im Enddarm auf Verdickungen und Unregelmäßigkeiten abtastet. Er führt dazu seinen Finger in den Darm ein. Zehn Prozent aller Darmkrebserkrankungen können durch diese einfache Untersuchung schon erkannt werden.
Eine umfassende Vorsorgeuntersuchung stellt aber die Darmspiegelung dar. Sie sollte bei Erwachsenen, bei denen keine Risikofaktoren bestehen, ab dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre erfolgen. Bei dieser Routineuntersuchung, die etwa eine Viertelstunde dauert, wird ein Untersuchungsgerät (Endoskop) mit Licht und winziger Kamera in den Darm eingeführt, um die Schleimhaut im gesamten Dickdarm zu kontrollieren. Diese Geräte sind heute so dünn und biegsam, dass sie die Patienten wenig beeinträchtigen. Der Arzt kann bei einem verdächtig erscheinenden Befund sofort eine Gewebeprobe entnehmen. Während der Untersuchung liegt der Patient in bequemer Links-Seitenlage. Nur die Vorbereitung, die komplette Darmreinigung, ist eine unangenehme Prozedur.
Therapiemöglichkeiten
Wurde ein bösartiger Tumor im Darm gefunden, so folgen vor der Behandlung weitere Untersuchungen, um die Ausdehnung der Erkrankung und bereits entstandene Tochtergeschwülste (Metastasen) festzustellen. Je früher ein Betroffener dabei behandelt wird, desto größer sind seine Überlebens- oder sogar Heilungschancen.
Die größte Bedeutung in der Behandlung von Darmkrebs hat mit Abstand die Operation. Der vom Tumor betroffene Darmabschnitt und das Lymphabflussgebiet werden komplett entfernt. Zur Sicherheit wird ein Teil des gesunden Gewebes ebenfalls mit entnommen. Ist die Entfernung des gesamten Tumorgewebes möglich und haben sich in anderen Organen noch keine Metastasen gebildet, sind die Chancen sehr gut, dass damit eine dauerhafte Heilung erreicht wird. Gegebenfalls kann der Einsatz von krebswachstumshemmenden Medikamenten, die sogenannte Chemotherapie, die Aussichten weiter verbessern. Mit dieser Therapie erreicht man Krebszellen im gesamten Körper, also auch noch nicht entdeckte.
Auch bei einem fortgeschrittenen Darmkrebsstadium ist eine Operation die Therapie der Wahl. Ist die komplette Entfernung nicht mehr möglich, stehen als Ziel der Operation die Vermeidung von Komplikationen, der Erhalt der Darmfunktionen sowie die Lebensqualität im Vordergrund. Eine vollständige Heilung lässt sich in den meisten Fällen nicht mehr erreichen. Um den Krankheitsfortschritt so lange wie möglich aufzuhalten, wird eine Chemotherapie durchgeführt.
Haben sich bereits Tochtergeschwülste in anderen Organen gebildet, richtet sich die Behandlung nach deren Anzahl und Sitz. Bei nur wenigen Metastasen in der Leber oder in der Lunge versuchen die Ärzte, diese mit dem Ziel der Heilung operativ vollständig zu entfernen. Sind die Metastasen so zahlreich, dass dies nicht möglich ist, wird eine Chemotherapie durchgeführt.
Heutzutage stehen verschiedene wirksame Medikamente für die Chemotherapie zur Verfügung, die allein oder in Kombinationen eingesetzt werden können. Die Chemotherapie läuft meist in mehreren Behandlungsabschnitten ab. Bei der Behandlung des fortgeschrittenen Darmkrebses stellt die Antikörpertherapie eine neue, wirkungsvolle Möglichkeit dar, die Überlebenschancen zu verlängern. Die Antikörper hemmen bestimmte Funktionen der Krebszellen, sodass diese nicht mehr wachsen können.
Nach einer abgeschlossenen Behandlung müssen regelmäßig Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt werden, um ein eventuelles Wiederauftreten der Erkrankung oder Metastasen rechtzeitig genug zu erkennen und effektiv zu behandeln.
Wie erkennt man als Laie Darmkrebs?
Warnzeichen für Darmkrebs können eine plötzliche Änderung der Art und Häufigkeit der Stuhlentleerung sein: entweder lang anhaltende Verstopfung oder Durchfall. Außerdem steigt der Stuhldrang, der Stuhl wird bleistiftartig und enthält geringe Spuren von Schleim und dunkelrotem Blut. Diese Symptome bemerkt man allerdings selten. Eine Verwechslung mit Hämorrhoiden ist ein zusätzliches Problem. Im späteren Stadium kommt es zu Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Blutarmut und Gewichtsverlust.
In vielen Fällen gibt es jedoch keine Warnzeichen. Kommt es zu spürbaren Symptomen, ist die Erkrankung nicht selten bereits fortgeschritten und eine Heilung erschwert. Mit Hilfe von Vorsorgemaßnahmen kann die Erkrankung rechtzeitig entdeckt werden. Deshalb: Nehmen Sie Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch!
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