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Schlaganfall und Herzinfarkt – Wenn sich Adern zusetzen, besteht Lebensgefahr
Mit zunehmendem Alter besteht die Gefahr, dass sich Adern zusetzen. Und das bedeutet in vielen Fällen Lebensgefahr. Sie äußert sich zum Beispiel als Herzinfarkt oder Schlaganfall. Fast jeder dritte Deutsche über 40 Jahre hat verkalkte Gefäße.
Durch die Adern (medizinisch: Gefäße) transportiert der Körper mit dem Blut Sauerstoff. Diesen benötigen die Zellen zum Leben. Einige Zellen können vorübergehend mit einer ungenügenden Blut- und damit Sauerstoffmenge leben, andere, wie zum Beispiel die des Gehirns oder des Herzmuskels, reagieren sehr empfindlich auf Sauerstoffmangel. Innerhalb kurzer Zeit sterben sie ab.
Die Gefäße können sich langsam zusetzen. An der Innenwand der Ader lagern sich Blutfette, (Cholesterin) ab. Diese verhärten allmählich und verringern die Durchflussleistung der Gefäße. Die Ablagerungen (Arteriosklerose) können so stark werden, dass sich eine Ader ganz zusetzt, also verstopft.
Entstehung der Erkrankung und ihre Therapiemöglichkeiten
Besonders gefährlich sind Ablagerungen bei den Herzkranzgefäßen, die den Herzmuskel selbst mit Blut versorgen, und bei der Halsschlagader. Denn setzen sich Herzkranzgefäße zu, führt dies zum Herzinfarkt, eine verstopfte Halsschlagader führt zum Schlaganfall oder Hirninfarkt. Das bedeutet, dass innerhalb weniger Stunden Teile des Herzens oder des Gehirns absterben – mit bleibenden Schäden.
Tritt eine Verengung der Herzkranzgefäße (Koronarsklerose) auf, spürt man die Auswirkungen zunächst bei körperlicher Anstrengung. Engegefühl (Angina pectoris), Atembeschwerden und Schmerzen in der Brustmitte sind deutliche Anzeichen. Der Herzmuskel bekommt für die Eigenversorgung nicht genügend Blutsauerstoff. Man behandelt das Phänomen mit Medikamenten, weitet die Gefäße operativ mit einem Ballonkatheter auf oder - im fortgeschrittenen Stadium - entschließt sich zu einer Bypassoperation. Mit dem Bypass wird künstlich eine Umleitung um die Engstelle gelegt. Denn würde sich die Engstelle ganz schließen, käme es zum Herzinfarkt.
Der Herzinfarkt ist das Absterben von Herzzellen als Folge der fehlenden Durchblutung. Alles hinter der Verschlussstelle liegende Gewebe stirbt ab. Und das innerhalb von drei bis sechs Stunden. Deshalb muss alles versucht werden, so schnell wie möglich die Verschlussstelle in einer Notfallklinik wieder zu öffnen.
Ähnlich ist es bei einer Verengung der Halsschlagader. Auch innerhalb des Gehirns kann es zu Verstopfungen der Blutgefäße kommen. Ist die Versorgung mit sauerstoffreichem Blut ungenügend, kann es zu Seh- oder Sprachstörungen kommen oder zu Lähmungen. Auch plötzliche Kopfschmerzen und Schwindelanfälle sind dafür Anzeichen. Hier ist es dringend geboten, die Engstelle zu weiten, entweder durch eine Operation, bei der die Beläge auf der Gefäßinnenwand entfernt werden, oder durch einen Stent. Ein Stent wird durch einen Katheter über die Blutbahn von der Leiste her an die Engstelle gebracht. Zunächst wird durch einen Ballon die Engstelle geweitet und ein Röhrchen aus einem stabilen Geflecht eingesetzt. Dieser Stent verhindert als Stützgerüst, dass sich die Ader an dieser Stelle wieder verengt.
Verengte Halsschlagadern sind häufig die Ursache von Schlaganfall. Wenn sich Teilchen der Ablagerung lösen, können sie in das Gehirn gelangen und hier wichtige Blutbahnen verschließen: Das dahinter liegende Gebiet wird nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt – es kommt zum Schlaganfall. Gehirnzellen sterben innerhalb weniger Stunden ab, so dass sie ihre Aufgabe, die Steuerung bestimmter Körperfunktionen, nicht mehr ausüben können. Die Folge der Durchblutungsstörung sind bekannt – vorübergehende oder dauerhafte Behinderungen wie Lähmungen, Beeinträchtigungen der Sprache oder Sehstörungen, genauso wie ein möglicher tödlicher Verlauf.
Vorbeugung - Was ist zu tun?
Einer Verkalkung der Gefäße kann man am besten vorbeugen, indem man die Risikofaktoren vermindert. Da steht an erster Stelle das Rauchen, es folgen Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Übergewicht und eine ungünstige Fettstoffzusammensetzung des Blutes (Cholesterin). Deutlich senken kann man das Risiko der Arterienverkalkung durch viel Bewegung. Körperliche Aktivität wirkt sich günstig auf den Blutdruck, die Blutzucker- und Blutfettwerte aus und kann auch zur Gewichtsabnahme führen. Wer fettarm isst mit viel Salat und Gemüse, dazu wenig Fleisch, dafür mehr Fisch, hilft seinem Körper an entscheidenden Punkten.
Treten bereits erste Symptome für eine Verengung der Gefäße auf, ist möglichst bald ein Arzt aufzusuchen, am besten ein Kardiologe. Gibt es gar Anzeichen für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall, geht es um Minuten. Dann ist sofort der Notarzt zu alarmieren. Denn je früher ein Herzinfarkt oder Schlaganfall behandelt wird, desto größer sind die Überlebenschancen.
Typische Symptome bei einem Herzinfarkt:
schwere, länger als fünf Minuten anhaltende Schmerzen im Brustkorb, die in Arme und Schulterblätter, Hals, Kiefer, Oberbauch ausstrahlen könnenstarkes Engegefühl, heftiger Druck im Brustkorb, Angstzusätzlich zum Brustschmerz: Luftnot, Übelkeit, ErbrechenSchwächeanfall (auch ohne Schmerz), eventuell Bewusstlosigkeitblasse, fahle Gesichtsfarbe, kalter SchweißAchtung: Bei Frauen sind Luftnot, Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch oder Erbrechen nicht selten alleinige Alarmzeichen.
Typische Symptome bei einem Schlaganfall:
plötzliche motorische Schwäche (ein Glas fällt aus der Hand, Schwierigkeiten beim Hemd zuknöpfen)Arm oder Bein ist gefühllos oder gelähmtSchwierigkeiten beim Sprechen, Lesen, Rechnentrotz Brille sieht plötzlich alles verschwommen ausunvermutetes VerschluckenSchwierigkeiten beim Stehen und Gehen Jeder Herzinfarkt oder Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall und muss sofort ärztlich versorgt werden! In den Industrienationen ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für bleibende Behinderung und Invalidität. Mit Spezialstationen für Schlaganfallpatienten (Stroke units) soll eine optimale Versorgung gewährleistet werden. Mit den erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen werden Patienten in der akuten Phase des Schlaganfalls betreut und meist nach ein bis drei Tagen auf die geeignete Weiterbehandlungsstation verlegt
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