 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 | Blasenschwäche |
|
|
|
|
Das Reizdarm-Syndrom
Steht man selbst kurz vor dem Beginn einer wichtigen Prüfung, kann es schon einmal sein, dass einmal mehr die Toilette aufgesucht wird oder plötzlich unbehagliche Bauchschmerzen auftreten. In diesem Fall, wo Ursache und Wirkung einleuchten, macht sich kaum jemand Gedanken, dass er krank sein könnte. Es gibt aber Menschen, die haben ähnliche Probleme, ohne dass die Ursache oder ein unmittelbarer Zusammenhang mit Stress auf der Hand liegt. Wochenlang plagen sie Bauchschmerzen, sie fühlen sich unwohl, haben starke Blähungen, Durchfall oder tagelange Verstopfung. Bei einigen wechseln sich die Beschwerden auch ab: mal Verstopfung, mal Durchfall. Bei ihnen spricht man von einem Reizdarm oder von einem nervösen Darm.
Fakten zum Reizdarmsyndrom
Das Reizdarm-Syndrom bezeichnet eine gestörte Darmfunktion und fällt unter die funktionellen Darmkrankheiten. Nach aktuellen Erkenntnissen ist das Reizdarm-Syndrom auf eine zu niedrige sensitive Schwelle des Nervensystems zurückzuführen. Wie es zu dieser Empfindlichkeit kommt, ist weiterhin ein umstrittenes Thema. So kommt eine starke Infektion in Frage, ebenso wie ein tiefgreifendes seelisches Erlebnis. Als Ergebnis ist aber klar: Das Nervensystem hat eine erhöhte Empfindlichkeit, so dass bereits geringe Gasansammlungen und Kotmengen unangemessen starke Bewegungen der Darmmuskulatur hervorrufen. Menschen ohne diese Veranlagung nehmen die so entstandenen Schmerzen gar nicht als solche wahr oder empfinden in diesem Fall eine dumpfe Bewegung. Jedoch ist ein Reizdarm nicht bösartig und führt nicht zu einem Krebsleiden.
Die Ursachen für das Leiden sind noch weitgehend unklar. Die Therapie des Reizdarm-Syndroms besteht gegenwärtig darin, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu erhöhen. Die Beschwerden treten typischerweise zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr erstmals in Erscheinung. In Deutschland erkrankt jeder Fünfte in der Bevölkerung, wobei Frauen zwei- bis drei Mal so häufig betroffen sind wie Männer.
Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) hat zur Definition des Reizdarm-Syndroms folgende Kriterien aufgestellt:
Bauchschmerzen, oft in Zusammenhang mit dem StuhlgangVeränderung der Stuhlentleerung in mindestens zwei der folgenden Aspekte: - Frequenz (Häufigkeit) - Konsistenz (hart, breiig, wässrig) - Passage mühsam, gesteigerter Stuhldrang, Gefühl der inkompletten Entleerung, SchleimabgangÜberblähung und Blähungen Neben diesen Darmbeschwerden können Symptome wie z.B. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Angststörungen und Depressionen auftreten - ohne erklärbare körperliche Ursache.
Diagnose des Reizdarms
Es ist für einen Arzt aufgrund der Unterschiedlichkeit der Beschwerden nicht einfach, einen Reizdarm zu diagnostizieren. Beim Reizdarm-Syndrom treten keine organischen Veränderungen auf, so dass die Diagnose Reizdarm nur nach Ausschluss anderer Krankheiten, die mit ähnlichen Symptomen einhergehen und direkt nachweisbar sind, gestellt werden kann.
Mit unterschiedlichen Untersuchungen werden andere Erkrankungen ausgeschlossen: Darmspiegelung: u.a. zum Ausschluss von DarmtumorenMagenspiegelung: u.a. zum Ausschluss von Magentumoren und MagengeschwürenBlutuntersuchungen: zum Ausschluss anderer internistischer Erkrankungen wie Lebererkrankungen, hormoneller Störungen oder AllergienUltraschalluntersuchung des Bauches: u.a. zum Ausschluss von Lebererkrankungen Können aufgrund der Untersuchungen ein Darmtumor, eine Lebererkrankung, eine Milchzuckerallergie oder Darmverstopfung ausgeschlossen werden, liegt die Diagnose eines Reizdarms nahe.
Die Therapie sollte individuell angepasst sein
Die individuellen Bedürfnisse des Betroffenen sind bei der Therapie des Reizdarms entscheidend. Eine Kombination verschiedener Therapieformen ist oft wirksamer als eine einzelne Maßnahme. Die Steigerung der Lebensqualität ist ein wichtiges Therapieziel.
Eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung ist sehr wichtig bei der Behandlung. Zu den ballaststoffreichen Lebensmitteln zählen Getreide- und Samenprodukte, Gemüse und Früchte. Gut für den Darm sind Produkte aus Sauermilch, Sauerkraut, milde Gewürz- und Teesorten. Zu Beschwerden können fette und blähende Speisen, Obstsorten wie Datteln, Bananen, Weintrauben oder scharfe Gewürze führen. Vermeiden sollte man zusätzlich Alkohol, zu kalte oder zu heiße kohlensäurehaltige Getränke, Süßigkeiten, Delikatessen und Weißmehlprodukte.
Als natürliche Verdauungshilfe können indische Flohsamenschalen sowohl beim Durchfall als auch bei Verstopfungen regulierend wirken. Tees von Kamilleblüten, Schafgarbenkraut, Kümmel, Anis oder Fenchel helfen Betroffenen bei schmerzhaften Blähungen.
Eine Therapie mit Medikamenteneinsatz sollte individuell mit Ihrem Arzt abgesprochen werden, da je nach Beschwerdeformen die Medikation unterschiedlich aussieht.
Die Beschwerden des Reizdarms treten häufig auch bei Stress und unter Anspannung auf. Körperliche Bewegung, Ruhe und Entspannungsübungen bieten dann Möglichkeiten zur Stressbewältigung. Mit regelmäßiger Bewegung durch beispielsweise Radfahren oder Gymnastik kann der Betroffene selbst zur Mobilisierung des Darms beitragen. Ein weiteres Mittel zur Steigerung der Darmaktivität sind Bauchmassagen. Empfehlenswerte Enstpannungsübungen werden bei der Progressiven Muskelentspannung oder beim Yoga erlernt.
|
|
 |
 |
 |
 |
|
 |